Schutz und Performance: Die perfekten Gamaschen für dein Pferd

Die Beine deines Pferdes tragen euch durch jeden Parcours, über jede Distanz und durch jede Dressurlektion. Mit den richtigen Gamaschen schenkst du deinem Partner die Sicherheit, die er für Höchstleistungen benötigt, und schützt die empfindlichen Sehnen und Gelenke vor äußeren Einwirkungen. Entdecke bei Reitguru, wie du Funktionalität, Komfort und Design vereinst, um die Gesundheit deines Pferdes langfristig zu bewahren.

Gamaschen – der richtige Schutz für das Pferdebein

Sicherheit im Reitsport ist ein facettenreiches Thema. Zuletzt haben wir in unserem Artikel über Reithelme...

Das Fundament eurer Leidenschaft: Warum hochwertige Gamaschen unverzichtbar sind

Pferdebeine sind wahre Wunderwerke der Natur. Sie sind so konstruiert, dass sie enorme Lasten tragen und gleichzeitig eine unglaubliche Dynamik entfalten können. Doch diese Leistungsfähigkeit hat ihren Preis: Die anatomische Struktur des Unterbeins ist äußerst sensibel. Direkt unter der Haut verlaufen die Sehnen und Bänder, die kaum durch Muskelgewebe oder Fett gepolstert sind. Schon ein leichter Schlag durch den eigenen Huf oder das Touchieren einer Hindernisstange kann zu schmerzhaften Entzündungen oder langwierigen Verletzungen führen.

Gamaschen fungieren hier als schützendes Schild. Sie absorbieren die Energie von Stößen, verhindern Schürfwunden und schützen den empfindlichen Fesselkopf vor dem sogenannten „Streichen“. Wer schon einmal die Sorge um ein lahmendes Pferd getragen hat, weiß, wie wertvoll Prävention ist. Hochwertige Gamaschen sind daher weit mehr als nur ein modisches Accessoire – sie sind eine Investition in die gemeinsame Zukunft und in das Wohlbefinden deines Pferdes. Sie geben dir die Sicherheit, dich voll und ganz auf dein Training konzentrieren zu können, im Wissen, dass die Beine deines Lieblings bestmöglich gepanzert sind.

Bei Reitguru legen wir Wert darauf, dass du nicht nur irgendeinen Beinschutz kaufst, sondern das Modell, das exakt zu den Bedürfnissen deines Pferdes passt. Jede Disziplin stellt unterschiedliche Anforderungen an das Material. Ob du nun im Springen maximale Schlagfestigkeit benötigst oder in der Dressur eine weiche Stütze suchst – die Auswahl der richtigen Gamaschen ist ein Akt der Wertschätzung gegenüber deinem Tier. Lass uns gemeinsam tief in die Materie eintauchen und die perfekte Lösung für dein Pferd finden.

Die Anatomie des Schutzes: Wie Gamaschen wirken

Um zu verstehen, warum ein guter Beinschutz so wichtig ist, hilft ein Blick auf die Biomechanik. Wenn ein Pferd galoppiert oder springt, wirken immense Kräfte auf den Fesselträger und die Beugesehnen. Gamaschen bieten hier einen mechanischen Schutz gegen Schläge von außen. Moderne Materialien wie TPU-Kunststoffe oder Carbon-Einlagen sind so konzipiert, dass sie die Aufprallenergie nicht einfach nur weitergeben, sondern über die gesamte Fläche verteilen und dämpfen.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Stützfunktion. Zwar können Gamaschen die Last eines 600 kg schweren Tieres nicht komplett abfangen, aber sie können dazu beitragen, die Sehnen in ihrer Position zu stabilisieren und eine übermäßige Dehnung in extremen Situationen leicht abzufedern. Zudem halten sie die Strukturen warm, was die Elastizität der Sehnen während der Arbeit fördert. Doch Vorsicht: Wärme ist gut, Hitze ist schädlich. Deshalb achten moderne Hersteller verstärkt auf Belüftungssysteme, die einen Hitzestau unter der Gamasche verhindern.

Schutz der Sehnen und Bänder

Die oberflächliche und die tiefe Beugesehne sind die am meisten gefährdeten Bereiche am Pferdebein. Gamaschen, die im hinteren Bereich verstärkt sind, bieten hier einen gezielten Schutz vor Tritten der Hinterhufe. Dies ist besonders beim Springen oder bei engen Wendungen in der Dressur entscheidend. Eine gute Gamasche umschließt die Sehne passgenau, ohne sie einzuengen, und bietet so einen Rundumschutz vor mechanischen Traumata.

Prävention von Streichverletzungen

Manche Pferde neigen dazu, mit den Hufen der einen Seite gegen das Bein der gegenüberliegenden Seite zu schlagen. Dies wird als „Streichen“ bezeichnet und kann zu chronischen Reizungen am Fesselkopf führen. Spezielle Gamaschen mit einer verstärkten Innenseite – oft auch Löffelgamaschen genannt – verhindern diesen Kontakt effektiv. Sie wirken wie ein Puffer und sorgen dafür, dass die empfindliche Haut unversehrt bleibt, selbst wenn das Pferd im Gangwerk etwas eng tritt.

Arten von Gamaschen: Für jeden Einsatz das richtige Modell

Die Welt der Gamaschen ist vielfältig. Je nach Einsatzgebiet variieren Form, Material und Schutzgrad. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen, um das Pferd weder zu unter- noch zu überfordern. Hier ist ein Überblick über die gängigsten Modelle, die du in deinem Reitalltag antreffen wirst.

Hartschalengamaschen: Die Klassiker im Springsport

Hartschalengamaschen bestehen aus einer robusten Kunststoff-Außenschale, die meist mit Neopren oder Lammfell gefüttert ist. Sie sind an der Vorderseite offen, was die Belüftung verbessert und dem Pferd erlaubt, die Stange zu spüren, falls es unvorsichtig springt. Ihr Fokus liegt ganz klar auf dem Schutz der Sehnen an der Hinterseite des Beins. Sie sind extrem langlebig, pflegeleicht und bieten den besten Schutz gegen harte Schläge.

Dressurgamaschen und Softgamaschen

In der Dressur wird oft auf Gamaschen zurückgegriffen, die das Bein weicher umschließen. Diese Modelle sind meist rundherum geschlossen und bieten Schutz vor Streichverletzungen. Viele Dressurreiter schätzen die Kombination aus der Optik einer Bandage und der praktischen Handhabung einer Gamasche. Sie sind oft mit weichem Kunstfell oder echtem Lammfell ausgestattet, was nicht nur edel aussieht, sondern auch den Tragekomfort maximiert und Scheuerstellen verhindert.

Geländegamaschen: Schutz für Extreme

Wer im Gelände oder in der Vielseitigkeit unterwegs ist, braucht Ausrüstung, die keine Kompromisse eingeht. Geländegamaschen sind rundherum geschlossen und bestehen aus besonders reißfesten Materialien. Sie dürfen sich nicht mit Wasser vollsaugen, wenn es durch den Wasserkomplex geht, und müssen Schläge gegen feste Hindernisse wie Baumstämme perfekt abfangen. Oft sind sie mit Carbon- oder Kevlar-Schichten verstärkt, um maximale Sicherheit bei geringem Gewicht zu gewährleisten.

Streichkappen für die Hinterbeine

Streichkappen sind die kleinen Geschwister der Gamaschen und speziell für die Hinterbeine konzipiert. Sie schützen den inneren Fesselkopf vor Schlägen. Im Turniersport gibt es hier oft strenge Regeln bezüglich der Größe und des Gewichts, um sicherzustellen, dass die Kappen das natürliche Sprungverhalten des Pferdes nicht manipulieren. Sie sind meist kompakt und leicht, bieten aber genau dort Schutz, wo er am dringendsten benötigt wird.

Gamaschenart Hauptvorteil Empfohlene Disziplin
Hartschale Maximaler Schlagschutz für die Sehnen Springen, Freizeit
Dressurgamaschen Rundumschutz & hoher Tragekomfort Dressur, Bodenarbeit
Geländegamaschen Wasserabweisend & extrem robust Vielseitigkeit, Gelände
Transportgamaschen Großflächiger Schutz für Gelenke Transport im Anhänger
Stallgamaschen Förderung der Regeneration & Wärme Stallruhe, Erholung

Materialkunde: High-Tech für die Pferdebeine

Die Entwicklung bei den Materialien für Gamaschen hat in den letzten Jahren enorme Sprünge gemacht. Früher gab es fast nur Leder oder einfaches Gummi, heute finden wir Materialien aus der Luftfahrt und dem Hochleistungssport. Die Wahl des Materials beeinflusst nicht nur den Schutz, sondern maßgeblich auch das Mikroklima am Pferdebein.

TPU und Kunststoffe

Thermoplastisches Polyurethan (TPU) ist das Standardmaterial für Hartschalengamaschen. Es ist extrem schlagfest, bleibt aber flexibel genug, um sich der Form des Pferdebeins anzupassen. Es ist zudem wasserfest und lässt sich nach dem Reiten einfach mit einem Schlauch abspritzen. Für den täglichen Gebrauch ist TPU aufgrund seiner Unverwüstlichkeit fast unschlagbar.

Neopren: Der Allrounder

Neopren wird meist als Innenfutter verwendet. Es ist weich, elastisch und bietet eine gute Stoßdämpfung. Ein Nachteil von herkömmlichem Neopren ist jedoch die mangelnde Atmungsaktivität. Deshalb setzen viele Premium-Hersteller mittlerweile auf perforiertes Neopren (Air-Cool-Systeme), das kleine Löcher besitzt, durch die warme Luft nach außen dringen kann. Dies ist ein entscheidender Faktor, um die Sehnentemperatur im gesunden Bereich zu halten.

Lammfell und Kunstfell: Sanfter Schutz

Für Pferde mit empfindlicher Haut ist Lammfell die erste Wahl. Es ist natürlich atmungsaktiv, wirkt temperaturausgleichend und vermindert die Reibung auf ein Minimum. Kunstfell (Faux Fur) bietet ähnliche optische Vorzüge und ist oft pflegeleichter in der Waschmaschine, erreicht aber meist nicht ganz die funktionale Tiefe von echtem Lammfell. Dennoch ist der „Teddy-Look“ aktuell sehr beliebt und bietet für die meisten Freizeitpferde einen hervorragenden Komfort.

Carbon und Kevlar: Wenn jedes Gramm zählt

Im Profisport sieht man immer häufiger Gamaschen mit Carbon-Einsätzen. Carbon ist extrem leicht und dabei härter als Stahl. Es bietet einen punktuellen Schutz vor massiven Einschlägen. Kevlar wird oft als zusätzliche Schicht eingearbeitet, um das Material reißfest zu machen. Diese Gamaschen sind die Formel 1 unter den Beinschützern und ideal für Reiter, die keine Kompromisse bei der Sicherheit eingehen wollen.

Die richtige Passform: So sitzen Gamaschen perfekt

Die besten Gamaschen nützen nichts, wenn sie nicht passen. Eine schlecht sitzende Gamasche kann gefährlicher sein als gar kein Beinschutz. Rutschende Gamaschen können das Pferd zum Stolpern bringen, während zu enge Modelle die Lymphbahnen und die Blutzirkulation abschnüren können. Die Passform ist daher das A und O beim Kauf.

Größenbestimmung und Messen

Die meisten Hersteller bieten die Größen Pony, Vollblut (Cob) und Warmblut (Full) an. Doch jedes Pferdebein ist individuell. Ein kräftiges Cob-Bein kann dicker sein als ein feines Warmblutbein. Um die richtige Größe zu finden, solltest du den Umfang des Röhrbeins an der schmalsten Stelle sowie die Länge des Beins von der Fesselbeuge bis kurz unter das Vorderfußwurzelgelenk messen. Die Gamasche sollte oben und unten bündig abschließen, ohne die Beugung der Gelenke zu behindern.

Anlegen der Gamaschen

Beim Anlegen der Gamaschen ist Sorgfalt gefragt. Setze die Gamasche etwas zu weit oben am Bein an und gleite dann mit leichtem Druck nach unten, bis sie in der anatomisch korrekten Position über dem Fesselkopf einrastet. So stellst du sicher, dass das Fell glatt liegt und keine Druckstellen entstehen. Die Verschlüsse sollten immer nach hinten zeigen, damit sie sich während der Bewegung nicht durch Gestrüpp oder das Anschlagen des anderen Beins öffnen können.

Der richtige Druck der Verschlüsse

Klettverschlüsse oder Knopfverschlüsse müssen fest genug sitzen, damit die Gamasche nicht rutscht, aber sie dürfen keinesfalls einschneiden. Ein guter Test: Du solltest noch einen Finger mit leichtem Widerstand zwischen Gamasche und Pferdebein schieben können. Besonders bei Gamaschen mit elastischen Zügen ist Vorsicht geboten, da man diese leicht zu fest anziehen kann. Achte darauf, den Zug gleichmäßig über alle Verschlüsse zu verteilen.

  • Reinige die Beine deines Pferdes vor dem Anlegen gründlich von Sand und Schmutz.
  • Kontrolliere die Gamaschen nach dem Reiten auf Druckstellen oder Scheuerstellen.
  • Ersetze Gamaschen mit defekten Klettverschlüssen sofort, um Unfälle zu vermeiden.
  • Achte darauf, dass keine Haare in den Verschlüssen eingeklemmt sind.

Pflege und Haltbarkeit: So bleiben Gamaschen wie neu

Gamaschen sind täglich Schlamm, Sand und Schweiß ausgesetzt. Ohne regelmäßige Pflege leidet das Material und die Schutzfunktion lässt nach. Sandkörner, die sich im Innenfutter festsetzen, wirken wie Schmirgelpapier auf der empfindlichen Pferdehaut. Daher ist Hygiene nicht nur eine Frage der Optik, sondern des Tierschutzes.

Reinigung nach dem Ritt

Nach jedem Training solltest du groben Schmutz mit einer weichen Bürste entfernen. Hartschalengamaschen können einfach mit klarem Wasser abgespült werden. Wenn die Gamaschen nass geworden sind, lass sie an einem gut belüfteten Ort trocknen, aber niemals direkt auf der Heizung, da der Kunststoff sonst spröde werden kann und das Leder oder Neopren hart wird.

Waschen in der Maschine

Die meisten Gamaschen aus Neopren oder Kunstfell lassen sich bei 30 Grad in der Waschmaschine reinigen. Verwende ein mildes Waschmittel und verzichte auf Weichspüler, da dieser die Elastizität der Materialien angreifen kann. Ein Wäschesack schützt sowohl die Gamaschen als auch die Trommel deiner Waschmaschine vor den harten Kunststoffschalen und Klettverschlüssen. Schließe alle Klettverschlüsse vor dem Waschgang, damit sie nicht fusseln.

Ledergamaschen pflegen

Ledergamaschen sind besonders edel und langlebig, erfordern aber mehr Zuwendung. Sie sollten regelmäßig mit Sattelseife gereinigt und anschließend mit Lederbalsam gepflegt werden. So bleibt das Leder geschmeidig und bietet dem Pferd einen unvergleichlichen Tragekomfort. Gut gepflegte Ledergamaschen können ein ganzes Pferdeleben lang halten und entwickeln mit der Zeit eine wunderschöne Patina.

Ethik und Gesundheit: Das Hitzeproblem kritisch betrachtet

In der Reiterwelt wird viel über das Thema Beinschutz diskutiert. Kritiker weisen oft auf das Risiko eines Hitzestaus hin. Tatsächlich können unter dicken, ungelüfteten Gamaschen Temperaturen entstehen, die die Struktur der Sehnenzellen schädigen können. Es ist daher wichtig, Gamaschen verantwortungsbewusst einzusetzen. Ein gesundes Pferd braucht bei einem leichten Schrittausritt im Wald oft keinen Beinschutz. Bei intensivem Training, beim Springen oder bei jungen, noch unkoordinierten Pferden überwiegt jedoch der Nutzen des Schlagschutzes.

Wähle für das tägliche Training Gamaschen mit Belüftungsschlitzen oder atmungsaktiven Mesh-Einsätzen. Nimm die Gamaschen sofort nach der Arbeit ab und kühle die Beine deines Pferdes mit kaltem Wasser. Das fördert die Regeneration und hilft, die Kerntemperatur im Gewebe schnell wieder abzusenken. Wir von Reitguru stehen für einen informierten Umgang mit der Ausrüstung: Schütze so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich, um die natürliche Thermoregulation des Pferdes nicht zu stören.

Gamaschen für junge Pferde: Besonderheiten im Training

Junge Pferde befinden sich noch in der Ausbildung ihrer koordinativen Fähigkeiten. Sie treten sich öfter mal selbst oder verlieren kurzzeitig das Gleichgewicht. Hier sind Gamaschen ein wichtiger Schutz, um negative Erfahrungen durch Schmerz zu vermeiden. Allerdings sollte man darauf achten, das junge Pferd nicht mit zu schwerem Beinschutz zu überladen. Leichte, flexible Gamaschen sind hier ideal.

Zudem ist es wichtig, das junge Pferd behutsam an das Tragen von Gamaschen zu gewöhnen. Manche Pferde reagieren beim ersten Mal etwas irritiert auf das ungewohnte Gefühl an den Beinen. Lege die Gamaschen zuerst in einer gewohnten Umgebung an und lass das Pferd ein paar Schritte führen, bevor du dich in den Sattel schwingst. So wird der Beinschutz von Anfang an als etwas ganz Normales akzeptiert.

Der modische Aspekt: Stilvoll im Sattel

Natürlich darf auch die Optik nicht zu kurz kommen. Gamaschen sind ein zentraler Bestandteil des Reit-Outfits. Viele Marken bieten mittlerweile ganze Kollektionen an, bei denen die Gamaschen farblich exakt auf die Schabracke, die Fliegenhaube und die Kleidung des Reiters abgestimmt sind. Ob klassisches Schwarz, edles Dunkelblau oder trendiges Roségold – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Besonders beliebt sind aktuell Gamaschen mit Glitzer-Applikationen oder Lack-Oberflächen für den großen Auftritt im Dressurviereck. Aber auch im Freizeitbereich setzen farbige Akzente tolle Highlights. Ein gepflegtes Erscheinungsbild drückt auch den Respekt vor dem Sport und dem Partner Pferd aus. Wenn die Ausrüstung dann noch technisch auf höchstem Niveau ist, steht dem perfekten Auftritt nichts mehr im Wege.

Tipps für den Kauf: Worauf du bei Reitguru achten solltest

Beim Stöbern in unserer Kategorie Gamaschen wirst du auf eine Vielzahl von Marken und Modellen stoßen. Um die richtige Wahl zu treffen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

Was ist mein primäres Ziel?

Suchst du Schutz für den Springparcours? Dann sind Hartschalengamaschen mit guter Stoßdämpfung deine Wahl. Reitest du eher Dressur und suchst einen Schutz gegen Streichen bei Seitengängen? Dann schaue nach weich gefütterten Dressurgamaschen. Für lange Ausritte sind atmungsaktive Modelle mit Mesh-Gewebe ideal, um Überhitzung zu vermeiden.

Wie empfindlich ist mein Pferd?

Neigt dein Pferd zu Scheuerstellen oder hat es sehr feines Fell? Dann investiere in Modelle mit echtem Lammfell oder hochwertigem Kunstfellrand. Achte auch auf die Kantenverarbeitung der Gamaschen – diese sollten weich und abgerundet sein, um keine Irritationen in der Fesselbeuge zu verursachen.

Welches Budget habe ich?

Es gibt gute Gamaschen für den schmalen Geldbeutel, die ihren Zweck im Alltag voll erfüllen. Wer jedoch im Turniersport aktiv ist oder ein Pferd mit besonderen orthopädischen Ansprüchen hat, sollte über eine Investition in High-End-Modelle mit Carbon oder speziellen Gelfüllungen nachdenken. Diese bieten oft eine bessere Druckverteilung und eine längere Lebensdauer.

Sind Gamaschen besser als Bandagen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da beide Systeme ihre Berechtigung haben. Gamaschen bieten einen deutlich höheren Schlagschutz gegen harte Stöße (z.B. durch Hufeisen oder Hindernisstangen) und sind wesentlich schneller und einfacher anzulegen. Zudem können sie sich nicht mit Wasser vollsaugen oder gefährlich abwickeln. Bandagen hingegen bieten eine gleichmäßigere Druckverteilung und können bei korrekter Anwendung das Bein sanft stützen. Für das Springen und das Gelände sind Gamaschen jedoch aus Sicherheitsgründen fast immer die bessere Wahl. Im Dressurtraining ist es oft eine Frage der persönlichen Vorliebe und der gewünschten Optik.

Wie lange darf ein Pferd Gamaschen tragen?

Gamaschen sollten grundsätzlich nur für die Dauer des Trainings am Bein bleiben. Das bedeutet in der Regel etwa 45 bis 90 Minuten. Eine dauerhafte Nutzung über viele Stunden im Stall oder auf der Weide ist nicht empfehlenswert, da der konstante Druck und die Wärmeentwicklung die Haut reizen und die Sehnen belasten können. Ausnahme sind spezielle Stallgamaschen, die extra weich und atmungsaktiv konzipiert sind, um beispielsweise bei Schwellungen die Regeneration zu fördern oder die Beine im Winter warmzuhalten. Diese sollten jedoch ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden.

Was passiert, wenn Gamaschen zu fest sitzen?

Zu fest angezogene Gamaschen sind ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Sie können den Blutfluss einschränken und den Lymphabfluss behindern, was zu sogenannten „Gamaschendruck“-Schwellungen führt. Im schlimmsten Fall können dauerhafte Schäden an den Nerven oder den oberflächlichen Sehnen entstehen. Ein klares Zeichen für zu fest sitzende Gamaschen sind Abdrücke im Fell nach dem Abnehmen oder ein Pferd, das unruhig mit den Beinen stampft. Achte besonders bei elastischen Verschlüssen darauf, den Klett nur so weit zu ziehen, wie es für einen sicheren Halt nötig ist, ohne das Material maximal zu dehnen.

Können Gamaschen Scheuerstellen verursachen?

Ja, Scheuerstellen entstehen meist durch zwei Faktoren: Schmutz unter der Gamasche oder eine unpassende Form. Sandkörner wirken zwischen Gamasche und Haut wie Schmirgelpapier. Deshalb ist es essenziell, sowohl das Pferdebein als auch das Innenfutter der Gamasche vor jedem Gebrauch penibel zu reinigen. Wenn die Gamasche zu lang ist und in der Fesselbeuge aufstößt, kann auch dies zu offenen Stellen führen. Für sehr empfindliche Pferde empfehlen wir Gamaschen mit Lammfellrand, da dieser die Reibung deutlich reduziert und Feuchtigkeit besser ableitet.

Wann brauche ich Hufglocken zusätzlich zu Gamaschen?

Hufglocken werden zusätzlich zu Gamaschen verwendet, um den Ballenbereich und den Kronrand des Hufes zu schützen. Das ist besonders bei Pferden sinnvoll, die mit den Hinterhufen weit untertreten und sich dabei in die Ballen der Vorderbeine greifen („Reingreifen“). Auch beim Springen, wenn das Pferd bei der Landung mit den Hinterbeinen weit nach vorne schwingt, bieten Hufglocken einen wichtigen Zusatzschutz. Während Gamaschen das Röhrbein schützen, decken Hufglocken den Bereich direkt darüber und darunter ab, der von normalen Gamaschen nicht erreicht wird.

Gibt es Gamaschen, die die Sehnen kühlen?

Es gibt spezielle Kühlgamaschen, die jedoch nicht für das Training, sondern für die Phase danach gedacht sind. Diese enthalten Gel-Packs oder können mit Wasser aktiviert werden, um Entzündungen vorzubeugen und die Regeneration zu beschleunigen. Während des Trainings gibt es Gamaschen mit „aktiver Belüftung“, die durch Luftschlitze und Mesh-Gewebe kühle Luft ans Bein leiten und warme Luft absaugen. Eine echte Kühlung unter dem Niveau der Umgebungstemperatur ist während der Belastung physikalisch kaum möglich, aber eine gute Belüftung minimiert den Temperaturanstieg effektiv.

Woran erkenne ich, dass Gamaschen ersetzt werden müssen?

Du solltest deine Gamaschen regelmäßig auf Verschleiß prüfen. Erste Anzeichen für einen nötigen Austausch sind ausleiernde Elastikzüge, Klettverschlüsse, die nicht mehr fest schließen, oder Risse in der Hartschale. Auch ein zerfetztes oder plattgedrücktes Innenfutter bietet nicht mehr den nötigen Schutz und kann Scheuerstellen begünstigen. Besonders nach einem schweren Sturz oder einem massiven Schlag gegen eine feste Kante solltest du die Schale auf Haarrisse untersuchen. Im Zweifel gilt: Sicherheit geht vor. Eine defekte Gamasche kann während des Reitens verrutschen und so zu einem Unfallrisiko werden.

Können Gamaschen die Gangqualität beeinflussen?

In gewissem Maße ja. Zu schwere oder schlecht sitzende Gamaschen können das Pferd in seiner Bewegungsfreiheit einschränken und den natürlichen Rhythmus stören. Besonders an den Hinterbeinen reagieren viele Pferde sensibel auf Gewicht. Im Turniersport gibt es daher Gewichtsbeschränkungen für Streichkappen. Ein gut passendes, leichtes Paar Gamaschen hingegen wird vom Pferd nach einer kurzen Gewöhnungsphase kaum noch wahrgenommen und beeinträchtigt die Gangqualität in keiner Weise. Es kann dem Pferd sogar mehr Vertrauen geben, mutiger aufzufußen, wenn es weiß, dass Schläge nicht schmerzen.

Müssen Gamaschen immer paarweise getragen werden?

Ja, aus Gründen der Symmetrie und der gleichmäßigen Belastung sollten Gamaschen immer paarweise an den Vorderbeinen und/oder an den Hinterbeinen getragen werden. Ein Pferd, das nur an einem Bein einen Schutz trägt, könnte durch das ungleiche Gewicht oder das unterschiedliche Gefühl am Bein in seinem Gangbild irritiert werden. Ob du nur vorne, nur hinten oder an allen vier Beinen Gamaschen verwendest, hängt von der Anatomie deines Pferdes und der Disziplin ab. Im Springsport ist der Vierer-Satz Standard, während viele Dressurreiter im täglichen Training nur die Vorderbeine schützen.

Sind Lammfellgamaschen im Sommer zu warm?

Das klingt im ersten Moment logisch, ist aber ein Irrglaube. Echtes Lammfell ist eine Naturfaser, die eine hervorragende Thermoregulation besitzt. Es bildet ein Luftpolster, das im Winter isoliert und im Sommer die Hitze vom Bein fernhält, während es gleichzeitig Schweiß hervorragend aufnimmt. Ein Bein unter echtem Lammfell ist oft trockener und kühler als unter einer reinen Neoprengamasche. Wichtig ist nur, dass das Fell sauber gehalten wird, damit die Luftzirkulation gewährleistet bleibt. Bei Kunstfell sieht das etwas anders aus, da synthetische Fasern oft nicht die gleiche Atmungsaktivität besitzen wie Naturfell.